Die Idee
Sufimusik aus dem Okzident
Das Ensemble BARD.ALLAH,
von Gernot Galib Stanfel gegründet und geleitet, versucht einerseits
eine Brücke zwischen Musikstilen und deren geistigen und kulturellen
Grundlagen zu bauen, andererseits die persönlichen Erfahrungen der einzelnen
Musiker als bereichende Elemente in mehreren Hinsichten mit einzubringen.
So finden sich in diesem Ensemble nicht zuletzt Musiker verschiedener Religionen
zu einer ganz bestimmten, islamisch - mystisch geprägten Musik zusammen,
und wollen unter anderem damit zeigen, daß das Zusammenleben und -arbeiten
in gegenseiteiger Wertschätzung zu fruchtbaren Ergebnissen führen
kann, ohne das es zu einem notwendigen Synkretismus kommt. Das Ergebnis sind
Lieder, die den Inhalt der Illahi Tradition mit neuen Kompsitionen in deutscher
Sprache, zum Teil im lokalen Dialekt, mit Instrumenten und Musikformen sowohl
aus der Türkei und Zentralasien, als auch aus Mitteleuropa transportieren,
und versuchen wollen, den Zuhörer ein musikalische Erlebnis zu vermitteln,
das über ein reines "Liederhören " hinausgeht. Damit einhergehend
mag das eine oder andere Ungewohnte zu hören sein, so wird durchaus schon
einmal zu einem islamischen Lied gejodelt, oder ein Gedicht von Goethe in
der Art der orientalischen Gazel Gesangsimprovisation angestimmt. Aber auch
eine Psalmvertonung oder ein Blues können erklingen.
Aus der Tradition der mystischen Tänze der Sufis kann bei dem einen oder
anderen Konzert auch ein Derwischdrehtanz Teil des Programms sein.
Was wir wollen
Wie nie in der Geschichte zuvor ist
die Welt enger zusammengerückt. Entfernungen, die noch vor hundert Jahren
ein Abendteuer waren, sind heute auf die Dauer eines Kurzfluges geschrumpft
. Damit einher gehen auch immer mehr Begegnungen und Austausch auf vielfältigen
kulturellen Ebenen. Wird das Ergebnis davon ein einheitlicher
undefinierter Kulturbrei sein, oder können lokale Traditionen, losgelöst
von ihrer geographischen Heimat in anderen Gegenden zu neuem, und das Vorhandene
bereichernde Elementen werden, ohne sich jeweils selbst untreu zu werden?
Gerade in einer Zeit, in der religiöse und kulturelle Engstirnigkeiten
und Fanatismen zu Gewalt und Schrecken auf der jeweils „anderen Seite“
führen halten wir es für notwendig, Kultur und Geistigkeit zu trennen
und als Elemente eines möglichen Neuen wieder zusammenzuführen.
Der Spannungsbogen zwischen Tradition und Lebendigem ist hier der Träger
davon.
Menschlich und künstlerisch begegnen wir in unseren Konzerten und unserer eben entstandenen CD, Freunden jenseits unseres Halbtages – Autoradius. Für Konzertprogramme wollen wir (wie schon auf der CD geschehen) Gäste wie den den türkische Sufimeister Oruc Güvenc oder den am Salzburger Mozarteum lehrende Professor Klaus Fessmann mit seiner jenseits der gewohnten Horizonten entstehenden Musik auf Naturklangsteinen, einladen und einbeziehen.
Symbolisch für die Absicht
des Ensembles, islamische spirituelle Inhalte harmonisch mit hier in Mitteleuropa
existierenden und gewachsenem in Einklang zu bringen, ist auch die Zusammensetzung
des Ensembles, dessen
Mitglieder, die großteils in Niederösterreich wohnen, nicht zuletzt
aktiv praktizierend verschiedenen Religionen zugehören (Katholizismus,
Buddhismus, Islam in verschieden Ausprägungen):




